Selten geworden: Gartenrotschwanz - Vogel des Jahres 2011


Gartenrotschwanz-Männchen (© J. Ferdinand)

Der Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) ist ein heimischer Singvogel, dessen Bestände in den letzten zwei Jahrzehnten in Mitteleuropa leider signifikant abgenommen haben. Immer seltener hört man ab April den markanten Reviergesang des Männchens in Gartenanlagen, Parks, Streuobstwiesen und lichten Wäldern, die als Lebensraum bevorzugt werden. Als Höhlen- und Halbhöhlenbrüter ist der Gartenrotschwanz auf morsche Bäume, verlassene Spechthöhlen, Fels- und Mauerspalten oder Nistkästen angewiesen. Um auf die Gefährdung der attraktiv gefärbten Art mit dem rötlichen Stelzschwanz aufmerksam zu machen, wählten der NABU Deutschland und der LBV Bayern den Gartenrotschwanz als Vogel des Jahres 2011.

Die Verbreitung des Gartenrotschwanzes umfasst weite Teile Europas und Asiens, Nordafrika und Teile Arabiens und erstreckt sich von den Britischen Inseln östlich bis zum Baikalsee. Neben der in Eurasien vorkommenden Nominatform besiedelt die unterseits mehr gefleckte Unterart samamisicus den nordöstlichen Mittelmeerraum, die Krim, den Kaukasus, Syrien und den Iran. Als Insektenfresser ist die Art in hiesigen Breiten nur Sommergast und überwintert als Transsaharazieher im zentralen Afrika. Neben dem Verlust von Lebensräumen in den Brutgebieten (insbesondere das Verschwinden von Obstwiesen mit naturnahen Nutzungsformen) werden der verstärkte Pestizideinsatz und langfristige Klimaveränderungen (Ausdehnung der Sahelzone) in den Überwinterungsgebieten als Hauptursachen für den Bestandsrückgang angenommen.

 

 


 
Seitenanfang
 
  © 2005 Brehm Fonds für internationalen Vogelschutz e.V.