Symbiose von Kunst und Naturschutz: "Vogelflughafen Hamm"


Blaumeise (Foto: © A. Weller/Brehm Fonds)


Zum 100. Firmenjubiläum der Jäckering GmbH Hamm wurde am 21. August 2010 der „Günter Jäckering Vogelflughafen Hamm“ eröffnet. Basierend auf den Gestaltungsvorgaben und Leitsystemen des modernen Luftverkehrs entstand hier eine völlig neuartige Synthese von künstlerischen Elementen und Belangen des Naturschutz mit dem Ziel, heimische Vogelarten auf fantasievolle Weise dem kunst- und naturbegeisterten Betrachter näher zu bringen. Dieses Vorhaben wurde u. a. durch die Ausweisung einer „Einflugschneise“ für Vögel, den Ausbau eines Carportdaches als „Landezone“ und die Anlage einer Wildblumenwiese als „Rohstoffdepot“ realisiert. Als flankierende Maßnahmen wurden Gehölze gepflanzt, eine Teichanlage als sog. „Hydroport“ in den Park integriert und dazu Beobachtungsmöglichkeiten für Besucher geschaffen. Vergleichbar den Anzeigetafeln von Airports sollen künftig saisonale „Ankunfts- und Abflugszeiten“ von ausgewählten Vogelarten per Display angezeigt und „Flugbewegungen“ mittels Einsatzes von Webcams dokumentiert werden.

Das einzigartige Konzept geht zurück auf eine Idee von Stephan Andreae, Bundeskunsthalle Bonn, in Zusammenarbeit mit ingold airlines Köln. Die ornithologische Beratung und der Zensus der Vogelarten erfolgen durch den Brehm Fonds-Mitarbeiter André Weller.

 

Hier geht's zum "Vogelflughafen":

http://www.vogelflughafen-hamm.de/

 

Kooperationspartner:

www.bundeskunsthalle.de

www.jaeckering.de

www.ingoldairlines.com

 


 

Ornithologisch-naturkundliche Studienreise, März 2011, Zypern

Unter den Mittelmeerinseln bietet Zypern aufgrund seiner östlichen Lage und topografisch-klimatischen Besonderheiten eine vielfältige Naturraumstruktur und damit optimale Bedingungen für eine biologisch-avifaunistische Artenvielfalt. Entdecken Sie unter fachkundiger Leitung naturnahe Lebensräume von der Küste bis ins Gebirge und lernen Sie dabei nahezu unberührte Traumstrände, Salzseen, urwüchsige Bergwälder und Kulturlandschaften mit zahlreichen endemischen Arten kennen. Die kulturellen Highlights der „Insel der Aphrodite“ – wie „Aphrodite-Felsen“ und die Königsgräber von Paphos – kombinieren antike und naturkundliche Schätze in einzigartiger Weise und eignen sich hervorragend als Orte der Beobachtung von Fauna und Flora. Es ist vorgesehen, sowohl Touren im Südteil der Insel als auch im politisch getrennten, ökologisch noch ursprünglicheren Nordteil (unter türkischer Verwaltung) durchzuführen.

Folgende Höhepunkte stehen bei dieser einmaligen Studienreise auf dem Programm*:

- Salzseen bei Larnaca und Limassol als Anziehungspunkt für rastende Flamingos, Limikolen, Greifvögel (u. a. Rotfußfalke, Steppenweihe) und Singvögel (z.B. endemische Schuppengrasmücke);

- Akamas-Halbinsel im Westen mit einsamen Küstenlandschaften, Lebensraum von Zwergadler, Halsbandfrankolin (einziges Vorkommen in Europa), Häherkuckuck und dem endemischen Zypernschmätzer;

- Feuchtgebiete im Süden mit Seltenheiten wie Schreiadler, Spornkiebitz und Graufischer;

- Nationalpark Troodos-Gebirge mit ursprünglichen Zedern- und Eichenwäldern, Heimat von Kaiseradler, Maskenwürger und endemischen Unterarten von Zwergohreule, Baumläufer und Eichelhäher;

- Cap Greco, einer der bedeutendsten Knotenpunkte des Afrika/Eurasien-Vogelzuges im östlichen Mittelmeerraum und Lebensraum von Blaumerle und Steinschmätzerarten;

- Karpas-Halbinsel im Nordosten mit ökologisch wertvollen Küstendünen; Brutplatz gefährdeter Meeresschildkröten am Golden Sands-Strand.

 

Reiseinformationen - Leistungen:

21.-31. März 2011

√ Charterflug ab Airport Frankfurt/M. nach Larnaca (andere Flughäfen auf Anfrage) mit Condor

√ Übernachtung/Halbpension in einem 4+*-Strandhotel in Larnaca

√ Tagesexkursionen (inkl. Wanderungen) mit PKW oder Kleinbussen

√ Reiseleitung: Dr. André-A. Weller, Brehm Fonds für internationalen Vogelschutz e.V., Bonn

Preis: p. P. ab Frankfurt im DZ/EZ: € 1425,-/1495,- (für Brehm Fonds-Mitglieder 10% Ermäßigung)**

Nicht inkludiert: sonstige Mahlzeiten, Eintritts- und Trinkgelder, Reiserücktrittskostenversicherung.

Die Teilnehmerzahl ist auf 10 Personen begrenzt. Aufgrund der hohen Auslastung der Flüge und Hotels ist eine verbindliche Anmeldung bis spätestens 25. September 2010 erforderlich.

 

Anmeldung: 

Sekretariat Brehm Fonds für internationalen Vogelschutz e.V.

Zoologisches Forschungsmuseum A. Koenig, Adenauerallee 160, 53113 Bonn

Tel.: 0228/9122237/-238; E-mail: a.weller@brehm-fonds.de

*vorläufiges Programm; **andere Flughäfen auf Anfrage; kurzfristige Änderungen vorbehalten.


 

Ornithologische Studienreise Februar 2010 - Vogelleben aus "1001er Nacht"


Mangroven von Umm al Quwain mit Flamingos

Eine unvergessliche Reise bot sich den Teilnehmern der Brehm Fonds-Frühjahrsexkursion vom 7.-18. Februar 2010 in die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Rundreise im Geländewagen führte entlang der Westküste rund um die Metropolen Dubai und Sharjah und ins Emirat Ras Al Khameih sowie im Osten der Halbinsel ins Hadjargebirge und an die Küsten und Mangroven bei Fujairah. Die Vogelwelt bot spektakuläre Einblicke, vom Sokotra-Kormoran über Paddyreiher, Weißschwanzkiebitz, Eilseeschwalbe, Schelladler und Purpurnektarvogel bis hin zu zahlreichen Singvögeln, darunter fünf Steinschmätzerarten, Stentorrohrsänger, den seltenen Langschnabelpieper und die farbenprächtige Bengalracke. Höhepunkt war aber die Beobachtung des Kalba-Gürtelfischers, eines lokalendemischen, nur auf die Mangrovensümpfe im Südosten beschränkten Eisvogels. Insgesamt konnten rund 100 Vogelarten beobachtet oder gehört werden. Auch die landschaftlichen Reize, z.B. im unwegsamen Hadjargebirge, beeindruckten die Teilnehmer, dazu die kaum irgendwo sonst so radikal zu Tage tretenden Gegensätze zwischen nahezu unberührten Naturoasen und dem gigantischen Bauboom in den Metropolen.


 

Neue Kolibriart extrem gefährdet


Männchen: mit zweifarbigem, blau-grün irisierendem Kehlfleck und vergrößerten, weißen Federhöschen (© Luis Mazariegos)



Weibchen: mit unauffälliger, türkisgrüner Gefiederfärbung



Eine spektakuläre wissenschaftliche Entdeckung gelang Forschern kürzlich in den Anden von Südwestkolumbien. Animiert durch die Beschreibung einer neuen Pflanzenart erkundeten kolumbianische Ornithologen unter Leitung des bekannten Kolibrikenners und Vogelfotografen L. H. Mazariegos 2005 erstmals die Vogelwelt der bis dahin unerforschten Bergregenwälder der Serrania del Pinche, eines fast 3000 m aufragenden Gebirgsmassivs im westlichen Bundesstaat Cauca. Dabei gingen den Vogelforschern einige Kolibris ins Netz, die von ihren Entdeckern auf Anhieb nicht erkannt wurden. Erst eine nachträgliche Identifikation anhand von Fotos, vorgenommen durch die Bonner Kolibrispezialisten Prof. K.-L. Schuchmann, Kurator am Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK), und Brehm-Fonds-Mitarbeiter Dr. A.-A. Weller (ZFMK), sowie weitere Feldexpeditionen brachten schließlich die Gewissheit. Die Art erhielt zu Ehren der Tochter des Entdeckers A. Cortés-Diago den wissenschaftlichen Namen Eriocnemis isabellae. Der deutsche Name „Pinche-Höschenkolibri“ weist auf den Fundort und die markant befiederten Beine („Federhöschen“) des nur knapp 10 cm messenden Winzlings hin. Als Ausnahme unter seinen Artverwandten trägt das Männchen des Pinche-Höschenkolibris einen vergrößerten, zweifarbig schillernden Kehlfleck, während das Grundgefieder schwärzlich-grün ist und an Eriocnemis nigriventris (N-Ecuador) erinnert. „Dieser Fund ist sicherlich die spektakulärste Entdeckung eines neuen Kolibris im letzten Jahrzehnt oder länger“, berichtet Dr. Weller, Koautor der kürzlich erschienenen Erstbeschreibung der Art in der Fachzeitschrift Ornitologia Neotropical.

In die Freude, etwas Neues entdeckt zu haben, mischen sich jedoch berechtigte Sorgen der Wissenschaftler um die Zukunft der Art und ihres Lebensraumes. Das Verbreitungsgebiet der Kolibris ist sehr kleinräumig und von der zentralen Andenkette isoliert. Eine Hauptbedrohung für diese Wälder stellen zunehmende Brandrodung und Kokaanbau dar. Jedes Jahr gehen schätzungsweise 500 ha Wald für immer verloren. Leider existiert noch kein offizielles Schutzgebiet, um dem ökologischen Raubbau vor Ort Einhalt zu gebieten. Neben dem Kolibri kommen im Pinche-Massiv noch weitere seltene Tier- und Pflanzenarten vor, zudem werden in den Bergwäldern noch weitere unentdeckte Arten vermutet. Auf Initiative von The Humming Bird Conservancy und BirdLife International ist deshalb in Kooperation mit lokalen Behörden und anderen Organisationen die Gründung eines neuen Naturreservates mit dem Pinche-Höschenkolibri als Flaggschiff-Art geplant. Weltweit hat diese nicht alltägliche Entdeckung einer neuen Wirbeltierart ein riesiges Medienecho ausgelöst.

In Kooperation mit der britischen Autorin Joanna Skipwith wird sich der Brehm Fonds ab 2009 an Maßnahmen zur Erhaltung der Art beteiligen (Kooperationsprojekt Kolibri). Mit Ihrer Spende können Sie dazu beitragen, dass dieser wunderschöne Vertreter und andere hochgradig gefährdete Vogelarten auf Dauer erhalten bleiben (Spendenkonto: Brehm Fonds, Commerzbank Bonn, BLZ 380 400 07, Kto.-Nr. 2590909; Online-Spende).


 
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